Wärmepumpe für Warmwasser und Heizung
Wie eine Wärmepumpe Haus und Dusche zugleich versorgt, welche Speicherlösungen es gibt und wie Sie Temperaturen sinnvoll einstellen.
Kann eine Wärmepumpe Heizung und Warmwasser übernehmen?
Ja. Eine Heizungs-Wärmepumpe kann neben den Räumen auch das Warmwasser bereiten, meist über einen eigenen Warmwasserspeicher, den sie bei Bedarf vorrangig auflädt. So ersetzt ein Gerät Heizkessel und Boiler.
Im Winter teilt sich die Wärmepumpe ihre Arbeit zwischen Heizkreis und Speicher, im Sommer bleibt nur das Warmwasser. Eine Regelung schaltet zwischen beiden um. Für Sie heißt das: ein Gerät, eine Wartung, keine zweite Energiequelle. Wichtig ist, dass der Speicher zur Größe des Haushalts passt und die Temperaturen richtig eingestellt sind.
In einem Rechenbeispiel von Bosch Österreich entfallen 60 % des Wärmebedarfs auf die Heizung und 40 % auf das Warmwasser. Das zeigt: Warmwasser ist kein Nebenposten, sondern ein großer Teil der Arbeit, die die Wärmepumpe übers Jahr leistet.
Drei Wege zur Warmwasserbereitung mit Wärmepumpe
| Lösung | So funktioniert es | Passt gut, wenn |
|---|---|---|
| Heizungs-Wärmepumpe mit Speicher | die Wärmepumpe lädt einen Warmwasserspeicher mit innenliegendem Wärmetauscher | ohnehin eine neue Heizung kommt |
| Zusätzliche Warmwasser-Wärmepumpe | ein eigenes Kompaktgerät mit Speicher bereitet nur Trinkwarmwasser | die Heizung im Sommer ganz abgeschaltet werden soll |
| Wärmepumpe plus Solarthermie | Kollektoren am Dach erwärmen den Speicher an sonnigen Tagen mit | Dachfläche vorhanden ist und der Solarbonus genutzt werden soll |
Eine reine Warmwasser-Wärmepumpe kostet laut co2online rund € 1.300 bis 5.000 für das Gerät, ein Richtwert aus Deutschland. Für eine thermische Solaranlage ab 6 m² gibt es in der Neuauflage Kesseltausch als Teil des Heizungstauschs einen Solarbonus von € 2.500. Stand Oktober 2026.
Warmwassertemperatur und Legionellenschutz
Je heißer das Wasser im Speicher, desto mehr Strom braucht die Wärmepumpe, weil sie dafür eine höhere Temperatur erzeugen muss. Der OÖ Energiesparverband empfiehlt daher, den Speicher auf höchstens 50 °C einzustellen. Gegen Legionellen soll das Wasser wöchentlich über 60 °C aufgeheizt werden. Viele Regelungen haben dafür ein eigenes Programm.
- Speichertemperatur im Alltag: höchstens 50 °C
- Einmal pro Woche über 60 °C gegen Legionellen
- Zeitpunkt der Aufheizung so legen, dass er zum Strom vom Dach oder zum Tarif passt
- Zirkulationspumpe nur zu Zeiten laufen lassen, in denen Warmwasser gebraucht wird
Wie viel die Wärmepumpe gegenüber elektrischer Warmwasserbereitung spart, zeigt ebenfalls der OÖ Energiesparverband: Ein elektrischer Durchlauferhitzer braucht fast dreimal so viel Strom wie eine Wärmepumpe für dieselbe Menge Warmwasser.
Warmwasser und Photovoltaik
Mit einer Photovoltaikanlage am Dach lässt sich ein Teil des Stroms für Warmwasser selbst erzeugen. klimaaktiv empfiehlt, die Warmwasserbereitung in den frühen Nachmittag zu legen. Dann liefert die PV-Anlage viel Strom, und der Speicher ist bis zum Abend geladen. Als wirtschaftliche PV-Größe für ein Einfamilienhaus nennt klimaaktiv etwa 5 bis 10 kWp.
Für die Steuerung hilft eine Wärmepumpe mit Schnittstelle für Energiemanagement. Fragen Sie im Angebot, ob die Regelung PV-Überschuss erkennen und den Speicher gezielt aufladen kann.
Speichergröße: worauf es ankommt
Wie groß der Warmwasserspeicher sein soll, hängt von der Zahl der Personen, den Duschgewohnheiten, der Zahl der Bäder und von der Frage ab, ob eine Badewanne regelmäßig gefüllt wird. Eine allgemein gültige Faustformel nennen unsere Quellen nicht. Lassen Sie den Fachbetrieb den Bedarf aus Ihren Angaben berechnen, statt pauschal den größten Speicher zu nehmen. Ein zu großer Speicher verliert mehr Wärme und muss öfter auf hohe Temperatur gebracht werden.
Förderung für Warmwasser mit Wärmepumpe
Laut FAQ zur Bundesförderung Kesseltausch wird eine Brauchwasser-Wärmepumpe als alleinige Maßnahme nicht gefördert. Wird sie oder ein Warmwasserspeicher im Rahmen eines förderfähigen Heizungstauschs eingebaut, können die Kosten berücksichtigt werden. Die Pauschale für die Wärmepumpe beträgt in der Neuauflage € 5.000, die Registrierung läuft von 2. November bis 31. Dezember 2026. Stand Oktober 2026.
Was die gesamte Anlage kostet, lesen Sie unter Wärmepumpe Heizung Kosten. Mit einer Fußbodenheizung arbeitet die Wärmepumpe beim Heizen besonders effizient.
Heizung und Warmwasser aus einer Hand
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