35 °C
Eine deutsche Anbieterquelle nennt für einen Neubau mit 150 m² und Fußbodenheizung eine Auslegung auf 35 °C Vorlauf bei 6 kW Heizlast.
Warum Fußbodenheizung und Wärmepumpe so gut zusammenpassen, welche Vorlauftemperatur realistisch ist und was das Nachrüsten im Bestand kostet.
Eine Fußbodenheizung gibt Wärme über eine große Fläche ab und kommt deshalb mit niedrigen Vorlauftemperaturen aus. Genau dort arbeitet eine Wärmepumpe am effizientesten: Je geringer der Temperaturunterschied zwischen Wärmequelle und Heizwasser, desto weniger Strom braucht sie.
Ein Heizkörper an der Wand hat nur wenig Fläche und braucht daher heißeres Wasser, um denselben Raum zu wärmen. Die Fußbodenheizung verteilt die Wärme über den ganzen Boden. Das Ergebnis ist eine gleichmäßige, milde Strahlungswärme, und die Wärmepumpe muss das Heizwasser nur auf eine vergleichsweise niedrige Temperatur bringen.
Drei Richtwerte aus unseren Quellen zeigen, wie stark die Temperatur die Effizienz beeinflusst.
Eine deutsche Anbieterquelle nennt für einen Neubau mit 150 m² und Fußbodenheizung eine Auslegung auf 35 °C Vorlauf bei 6 kW Heizlast.
klimaaktiv sieht eine Wärmepumpe als gut geeignet, wenn am kältesten Tag höchstens 55 °C nötig sind. Das ist auch die Grenze der Bundesförderung.
Möglich mit Hochtemperatur-Geräten, aber teuer im Betrieb: Im Datenblatt-Beispiel fällt die Leistungszahl bei minus 7 °C von 2,48 auf 1,53.
Auch Förderstellen bilden den Zusammenhang ab: Oberösterreich verlangt für seine Landesförderung bei Luft-Wasser-Wärmepumpen eine jahreszeitbedingte Raumheizungseffizienz von mindestens 150 % bei 35 °C, aber nur 125 % bei 55 °C. Stand Oktober 2026.
Im Neubau lässt sich die Fußbodenheizung von Anfang an einplanen. Im Bestand stellt sich die Frage, ob sich der Umbau rechnet. Bosch Österreich nennt für eine nachgerüstete Fußbodenheizung rund € 40 bis 80 je m². Bei 100 m² Wohnfläche wären das rechnerisch € 4.000 bis 8.000, ohne Bodenbelag und Nebenarbeiten.
Viele Häuser kommen mit bestehenden oder einzelnen neuen Heizkörpern aus, besonders nach einer Dämmung. Laut klimaaktiv sind vorhandene Heizkörper oft großzügig dimensioniert. Neue Heizkörper kosten laut Bosch € 100 bis 500 je Stück. Ob das reicht, klärt die Heizlastberechnung Raum für Raum.
Neben dem klassischen Nassestrich gibt es für Sanierungen dünnere Aufbauten und Verfahren, bei denen die Rohre in den bestehenden Estrich gefräst werden. Sie sparen Aufbauhöhe, haben aber eigene Anforderungen an den Untergrund. Lassen Sie sich die Varianten vom Fachbetrieb erklären. Eine Wand- oder Deckenheizung ist eine weitere Option, wenn der Boden bleiben soll.
Die Fußbodenheizung braucht niedrige Temperaturen, der Warmwasserspeicher höhere. Eine gute Regelung trennt beides sauber: Für den Speicher arbeitet die Wärmepumpe zeitweise mit höherer Temperatur, danach kehrt sie zum sparsamen Heizbetrieb zurück. Wie Sie die Speichertemperatur sinnvoll wählen, lesen Sie unter Wärmepumpe für Warmwasser und Heizung.
Eine Fußbodenheizung kann im Sommer auch kühlen, wenn die Wärmepumpe dafür ausgelegt ist. Die Leistung ist begrenzt, weil der Boden nicht zu kalt werden darf, sonst bildet sich Kondenswasser. Wie das funktioniert, lesen Sie unter Kühlen mit der Wärmepumpe. Was die gesamte Anlage kostet, steht unter Kosten der Wärmepumpenheizung.
Ob Neubau oder Nachrüstung: Die passende Wärmepumpe für Ihre Flächenheizung planen bis zu drei Betriebe aus der Umgebung.